Bericht: Anne Mühlbauer  |  Fotos: Simon Hönscheid  |  Kategorie: Konzertberichte  |  

Das Duisburger Eventschloss Pulp sollte an diesem Sonntag, dem 20. April 2008, ganz und gar im Zeichen des Düsteren stehen: den Tag über veranstaltete man eine Modemesse mit dem bezeichnenden Namen „Gothika“, während sich abends die drei Herren von Covenant im Rahmen eines exklusiven Clubkonzertes die Ehre geben würden.
Ganz klar ein Pflichttermin für alle geneigten Fans von Elektro und Future Pop!

Bereits als wir eine gute halbe Stunde vor dem Auftritt der Vorband Blutzukker eintrafen, war die Location brechend voll. So blieb uns, als wir in der Warteschlange vor dem Eingang standen, genügend Zeit um die Einrichtung des Pulp eingehend zu bestaunen. Ganz auf mittelalterlich bis kitschig getrimmt, wurde das Gebäude an ein Schloss angelehnt und phantasievoll hergerichtet.

Schließlich hatten wir unseren Platz ergattert und kamen denn auch recht bald in den Genuss des Auftritts von Blutzukker. Die Diskussion, ob das Wörtchen „Genuss“ hier ironisch gemeint ist, sparen wir uns an dieser Stelle, nur soviel: allgemeine Erleichterung machte sich breit, als die beiden Herren und ihre Gastsängerin nach dreißig Minuten die Bühne räumten und dem Publikum noch viel Spaß bei Covenant wünschten.
Immerhin ist es der Krefelder Formation um Ben Blutzukker hoch anzurechnen, dass sie sich bei ihrem Auftritt Mühe gaben und sich von den eher verhaltenen Reaktionen der Anwesenden nicht aus dem Konzept bringen ließen.

Eine etwas längere Umbauphase hieß es anschließend noch zu überstehen, ehe die drei Schweden, deretwegen man hierher geströmt war, endlich die Bühne betraten. Vom ersten Moment an bis zum Verklingen des letzten Tons legte man eine energiegeladene, wie ein musikalisches Feuerwerk sprühende Show hin – es lag nicht nur an dem tanzenden und feiernden Publikum, das sich dicht an dicht drängte, dass man die Atmosphäre in der Halle quasi greifen zu können meinte.

Monochrome, 20 Hz, Invisible & Silent, Ritual Noise, … ein großartiges Stück reihte sich an das nächste und ließ bei den Fans keine Wünsche offen. Den Einfluss des vor Kurzem neu hinzugekommenen David Myer, der an die Stelle des Ende 2007 ausgeschiedenen Clas Nachmanson trat, wurde etwa bei dem Remix von „20 HZ“ deutlich – gelungen!

Sänger Eskil suchte die Nähe des begeisterten Publikums und beugte sich im Verlauf des Abends sogar zu den in der ersten Reihe stehenden Fans herab. Immer wieder badete er förmlich in den großartigen Melodien des Abends und untermalte sie gekonnt mit pathetischen Gesten, die hier aber ausgesprochen passend und keineswegs unangebracht wirkten.

Leider muss auch das schönste Konzert irgendwann ein Ende haben, sodass die drei Schweden ihre Fans noch mit ausgiebigen Zugaben belohnten, ehe sie  die Bühne schließlich endgültig verließen.

Konzertfotos

 

ähnliche Artikel